Punctuated with a self-portrait from 2019, Werner Büttner: Bilder 1979 – 2019 focuses on paintings made between 1979 and 1984. This crucial period was encapsulated by Wahrheit ist Arbeit (“Truth is Work,”) the iconic exhibition, accompanied by a catalogue, of Werner Büttner, Martin Kippenberger and Albert Oehlen’s work that Zdenek Felix curated at the Museum Folkwang Essen in 1984. 

Opening on January 10, 2020, Werner Büttner’s exhibition at Contemporary Fine Arts considers this historic moment, concurrently with Albert Oehlen’s solo exhibition at the Serpentine London (on view through February 2, 2020) and Martin Kippenberger’s retrospective at the Bundestkunsthalle Bonn (on view through February 16, 2020). This is a unique occasion to take a look back at this provocative trio, who, alongside Georg Herold, made waves with their punkish stance on painting as something subversive and expansive. Reacting against and reinventing modes of meaning making in art, their assertions about appropriation and the avant-garde, against painting and its obsolescence, continue to find new relevance.

In a number of recurrent motifs on view here – cigarettes, telephones, orangutans, soldiers and artillery, himself – Büttner plays with irony and paradox as methods to graze the truth. Büttner’s work is emblematic of “Bad Painting” – a shift in style and attitude amongst his German peers, as well as New York counterparts like Jean Michel Basquiat and the artists in Marcia Tucker’s 1979 New Museum exhibition where she coined the term. Büttner describes his process as a “methodical intuition” and identifies with a lineage of contrarians like James Ensor, Franz Kafka, James Joyce and Samuel Beckett, whose artistic projects can be understood as Gegendarstellung or counterpoints. This notion of creating from a point of resistance resonates in particular with the climate of 1980s Germany, where Büttner and his contemporaries defined themselves in reaction against inherited modalities. Here, nothing is sacred and nothing as dull, or as menacing, as well-behaved complicity.

Inherent in a counterview point is the acknowledgement of another point of view. Reassessing the implicit plurality in this stance is perhaps of renewed interest today, as truths are not only work, but also always multiple. Werner Büttner: Bilder 1979 – 2019 is on view through February 29, 2020 and will be accompanied by an e-catalogue featuring texts by Kristian Vistrup Madsen and Zdenek Felix. Zdenek Felix will give a talk in German on Büttner’s oeuvre and the Wahrheit ist Arbeit exhibition in the gallery on January 23 at 19:00.



Mit der Präsentation Werner Büttner „Bilder 1979-2019“ möchte Contemporary Fine Arts an eine wichtige Zeit für die Etablierung neuer deutscher Kunst im internationalen Kontext erinnern. Ende der 1970er-Jahre trat, begleitet von der Punk-Musik aus England und den USA, unabhängig voneinander in West-Berlin, Hamburg, Köln und Düsseldorf eine neue Generation Künstler an, die in ihrer Arbeit mit den Konventionen und der Ästhetik der 60er- und 70er-Jahre brachen. 

Um nur einige wegweisende Ausstellungen dieser Zeit zu nennen: „1. Außerordentliche Veranstaltung in Bild und Klang zum Thema der Zeit: Elend“, Kippenbergers Büro, Berlin (1979); „2. Außerordentliche Veranstaltung in Bild und Klang zum Thema der Zeit: Aktion Pisskrücke (Geheimdienst am nächsten)“, Künstlerhaus Hamburg (1980); „Mühlheimer Freiheit und interessante Bilder aus Deutschland“, Galerie Paul Maenz, Köln, (1980); „Junge Kunst aus Westdeutschland ’81“, Galerie Max Hetzler, Stuttgart (1981).

1982 hatte diese neue Künstlergeneration, die mit ihren Bildern den Nerv der Zeit traf, bereits Ausstellungen in fast allen wichtigen westeuropäischen Avantgarde-Institutionen. Den Höhepunkt bildete dabei „Zeitgeist“ im Martin-Gropius-Bau in Berlin. Im gleichen Jahr erschien das Buch „Hunger nach Bildern“ von Wolfgang Max Faust und Gerd de Vries, das als überaus populäres Nachschlagewerk half, diese neue Kunst/Bilder einem größeren Publikum näher zu bringen. Parallel dazu entstand bzw. entwickelte sich der Kunstmarkt neu, letztlich in der Form wie wir ihn heute kennen.

Wir zeigen Bilder aus der Zeit des Aufbruchs, des Sich-Vernetzens, des Ausprobierens neuer Präsentationsformen, von Kollaboration und Provokation. Es ist uns gelungen, heute signifikante Werke Werner Büttners  aus diesen frühen Jahren, wie „Sozialstaatimpression“, 1980, „Selbstbildnis im Kino onanierend“, 1981 sowie „Mutwillig zerstörte Telefonzelle“, 1981 für die Ausstellung zu sichern. „Heroin für Bremen“, 1979 ist das früheste Werk; mit „Selbst im guten Rauch geborgen“, 2019 schließen wir den Kreis der Bilder 1979 – 2019. 

Der Kunsthistoriker und Kurator Zdenek Felix organisierte 1982 in Bologna die Ausstellung „La giovane pittura in Germania“, an der Werner Büttner, Martin Kippenberger und Albert Oehlen teilgenommen haben. 1984 zeigte er mit diesen drei Künstlern im Museum Folkwang in Essen die heute legendäre Schau mit begleitendem Katalog „Wahrheit ist Arbeit“. Aus dieser historischen Ausstellung zeigen wir drei Büttner-Bilder: „Kain und Abel“, 1982, das Triptychon „Transit I – Homo Erectus – Transit II“, 1982 und „Stilleben mit Wolpertinger und beschädigtem de Chirico“, 1984. Als Direktor der Deichtorhallen Hamburg präsentierte er schließlich das Werk von Oehlen (1994), Kippenberger (1999) und Büttner (2003) in Einzelausstellungen.

Zdenek Felix wird sich in seiner Einführung bei CFA am Donnerstag, den 23. Januar 2020 um 19:00, vor dem Hintergrund dieser historischen Zusammenhänge auf das Werk von Werner Büttner konzentrieren, wobei dessen politische, gesellschaftskritische und humorvollen Aspekte berücksichtigt werden.

Zur Ausstellung erscheint ein E-Catalogue mit Texten von Zdenek Felix und Kristian Vistrup Madsen.